Die Generation Beta ist die erste Generation, die in einer Welt aufwächst, in der künstliche Intelligenz und das Zusammenleben und -arbeiten mit humanoiden Robotern Normalität sein werden. Über ihre konkreten Einstellungen, Werte oder ihr Verhalten lässt sich heute noch kaum belastbar sprechen. Dennoch gibt es bereits eine Reihe von Faktoren, die ihr Aufwachsen prägen werden – weil sie strukturell, demografisch oder technologisch definiert oder absehbar sind. Diese Seite unterscheidet deshalb bewusst zwischen:
Gesicherte Erkenntnisse und Rahmenbedingungen
Gesellschaftliche Entwicklungen und Trends
Kollaboration: Deine Gedanken zur Generation Beta

Der Begriff Generation Beta bezeichnet junge Menschen, die zwischen den Jahren 2025 und 2039 geboren werden. Streng wissenschaftlich gesehen, ist “Generation Beta” die Bezeichnung für eine Altersgruppe oder Kohorte und stellt keine Generation im soziologischen Sinne dar. Doch es ist absehbar, dass sich der Begriff genauso durchsetzen wird wie Gen X, Gen Y, Gen Z oder Generation Alpha.

Die Generation Beta ist die Nachfolgegeneration der Generation Alpha und nach ihr folgt ab dem Jahr 2040 und dem griechischen Alphabet folgend vermutlich die Generation Gamma. Im englischen Sprachgebrauch wird die Generation Beta auch als Generation B oder Gen B abgekürzt.
Die Generation Beta wächst in einer alternden Gesellschaft auf.
In vielen Ländern wird sie zahlenmäßig kleiner sein als frühere Generationen.
Die Alterspyramide der Generation Beta in Deutschland im Jahr 2070 wird relativ ähnlich aussehen wie die Alterspyramide im Jahr 2024. Das relativ niedrige Geburtenniveau und die zunehmende Lebenserwartung werden zur weiteren Alterung der Bevölkerung in Deutschland führen. Und die Zuwanderung von jungen Menschen kann den Alterungsprozess zeitweise verlangsamen, aber nicht aufhalten. Daher wird die Generation Beta früh erleben, dass wenige Junge für viele Ältere Verantwortung tragen müssen.

💥 Hohe emotionale Nähe und Augenhöhe prägen den Erziehungsstil der Generation Beta-Eltern.
💥 Hoher Anspruch trifft auf hohen Druck, verstärkt durch ständige Vergleiche.
Die Eltern der Generation Beta stammen überwiegend aus der Generation Y (Millennials) und zunehmend auch aus der Gen Z. Über die Generation Z als Eltern ist noch wenig bekannt, außer dass viele schon der Gedanke an Kinder überfordert oder sie aufgrund der vielen Krisen keine Kinder bekommen wollen. Millennial-Eltern verfolgen häufig eine bindungs- und bedürfnisorientierte Erziehung mit dem Ziel, eine Beziehung auf Augenhöhe aufzubauen. Im Mittelpunkt stehen emotionale Nähe, offene Kommunikation und die bewusste Begleitung von Gefühlen, Konflikten und Entwicklungsphasen. Viele Millennial-Eltern versuchen, ihren Kindern das zu ermöglichen, was sie selbst in ihrer Kindheit vermisst haben: ernst genommen zu werden und über Emotionen sprechen zu können.
Gleichzeitig ist diese Form der Elternschaft mit hohen Selbstansprüchen und erheblichem Druck verbunden. Der ständige Vergleich über Social Media verstärkt das Gefühl, nicht genug zu leisten oder keine „guten“ Eltern zu sein. Neben Überforderung und Erschöpfung wächst jedoch auch eine Gegenbewegung: eine offenere, realistischere Darstellung von Elternschaft, die Unperfektion zulässt. Eltern der Generation Beta bewegen sich damit zwischen dem Wunsch nach emotionaler Verfügbarkeit und der Herausforderung, eigene Grenzen zu wahren.
Die beliebtesten Vornamen für die Generation Beta sind kurz und klangvoll.
Die beliebtesten Vornamen der ersten Generation Beta-Jahrgänge sind bereits bekannt. Bei den Mädchen stehen laut dem bekannten Namensforscher Knud Bielefeld Sophia, Emma und Emilia an den ersten Stellen der Hitliste und bei Jungen die Namen Noah, Matteo und Elias. An diesen Namen zeigt sich eine Offenheit für internationale Vornamen und kulturelle Einflüsse in den Familien.

💥 Jedes dritte Kind in Deutschland wächst in einer Familie mit Migrationshintergrund auf.
💥 Multikulti ist Normalität in vielen Familien und im Aufwachsen der Generation Beta, doch je nach Region, Stadtteil und Einrichtung variiert es stark.
Von den 8 Millionen Familien in Deutschland haben 2,8 Millionen einen Migrationshintergrund. Das macht insgesamt einen Anteil von 35 Prozent an allen Familien aus. In 2,6 Millionen Familien hat mindestens ein Elternteil eine eigene Migrationserfahrung. Multikulti ist längst angekommen im Alltag von Familien, Bildungseinrichtungen und Betrieben. Die anhaltende Zuwanderung von Menschen nach Deutschland, nicht zuletzt aufgrund der demografischen Lücke, wird diese Entwicklung eher verstärken.

Die folgenden fünf Generation Beta Trends zeichnen sich heute bereits aufgrund von gesellschaftlichen, technologischen und politischen Entwicklungen ab. Diese Trends sind bereits wirksam und werden das Aufwachsen der Generation Beta in den nächsten Jahrzehnten begleiten. Simon Schnetzer hat sie als Jugendforscher und Futurist stellenweise weiterentwickelt zu Visionen, die sich aus der Trendfortschreibung sehr wahrscheinlich entwickeln könnten.
Die Erde ist heiß und wird heißer.
Für die Generation Beta erwärmt sich der Planet nicht. Für die Generation Beta ist die Erde heiß und wird noch heißer. Klimakatastrophen sind keine Ausnahme mehr, sondern eine Art Dauerzustand, die maßgeblich entscheiden, welche Regionen und welchen Lebensraum sie als zukunftsfähig erachten.
Brainbuilding, um gefragt zu bleiben
Für die Generation Beta ist künstliche Intelligenz ein so selbstverständlicher Begleiter im Alltag, wie es das Smartphone heute schon ist. Diese Generation wird Gedanken nicht mehr als KI-Ergebnis definieren, weil sämtliche Gedanken immer auch gemeinsam mit KI entwickelt werden. Aufgrund der Sorge vor intellektueller Verkümmerung durch zu viel KI-Nutzung wird Brainbuilding (ähnlich wie Bodybuilding) zum Trendsport in Denksportclubs. Der Berufseinstieg der Generation Beta wird viel häufiger über eine Ausbildung, ein duales Studium oder ein Trainee-Programm erfolgen, weil künstliche Intelligenz die typischen Einstiegsaufgaben übernimmt.
Raum für Menschen und Familien bleibt knapp
Die Wohnungsnot wird anhalten, obwohl in die Wohnraumsituation etwas Bewegung kommt, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der Babyboomer das Zeitliche segnen. Zu viel Hoffnung sollte sich die Generation Beta nicht machen, da die Preise so hoch sind und es aufgrund der sinkenden Produktivität der deutschen Wirtschaft immer schwerer wird, auf dem durch internationale Investoren geprägten Wohnungsmarkt finanziell mitzuhalten (wenn sich hier politisch nichts grundlegend ändert). Die Raumknappheit und die hohen Kosten werden dazu beitragen, dass auch die Generation Beta sich schwer tun wird, größere Familien zu gründen.
Bereit, mit wachem und realistischem Blick
Im Jahr 2070 wird die Generation Beta in Deutschland auf die 20er-Jahre des 21. Jahrhunderts zurückschauen und sich denken: Endlich haben wir es kapiert, dass wir wirtschaftlich, politisch und militärisch nur als vereintes Europa stark sein und im Wettbewerb mit China, Indien und den Vereinigten Staaten bestehen können. Die Generation Beta ist nicht mehr in dem Glauben groß geworden, dass Friede oder Demokratie sicher wären, sondern dass sie sich aktiv dafür einsetzen muss. Sie ist nicht mehr in dem Glauben groß geworden, dass Ingenieurskunst des 20. Jahrhunderts, made in Germany, unseren Wohlstand sichern könnte, oder Friede in Europa sicher wäre. Die Generation Beta sind, was die Lage der Welt angeht, große Realisten und bereit, sich den Herausforderungen zu stellen – technologisch, wirtschaftlich und (verteidigungs-)politisch.
Lücken des Sozialstaats öffnen Räume für Miteinander
Im Rückblick war der Anfang des neuen Jahrtausends noch davon geprägt, dass sämtliche soziale, zwischenmenschliche Unterstützung auf den Staat und das System abgewälzt wurde. Dafür zahlten die Menschen brav Steuern und mussten sich um wenig kümmern. Das war bequem, doch konnte das System von den wenigen Jungen nicht mehr getragen werden. Wie in vielen Krisen zuvor rücken Menschen wieder zusammen, wenn die Not wächst. So wird die Generation Beta viele Sozialleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen können, weil das System sie sich schlicht nicht mehr leisten kann. Das Ergebnis wird sein, dass Familien und nachbarschaftliche Verbände wieder enger zusammenrücken, um gemeinschaftlich Lösungen zu schaffen für Versorgungslücken im System.
Die Generation Beta wird in einer Welt leben, die wir selbst prägen und mitgestalten, uns aus der Sicht künftiger junger Menschen nur ansatzweise vorstellen können. Umso wichtiger ist es, nach der Lektüre dieses Beitrags nicht zu denken: Jetzt weiß ich alles. Stattdesen gilt es, neugierig zu bleiben und Veränderungen immer wieder neu in die Zukunftsgleichung einzuweben. Du weißt, was bekannt ist, und kennst die großen Trends, nach denen du weiter Ausschau halten kannst. Und wenn sie da sind, die Vertreter:innen der Generation Beta, dann sprich mit ihnen über ihre Sichtweise – das tun wir auch, um sie besser zu verstehen und erklären zu können.
Mehr Informationen über die jungen Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz findest du hier. Allerdings behandeln wir mit den Trendstudien über die Jugend aktuell die Generationen Alpha und Z.