
Neue Erkenntnisse für alle, die junge Menschen in der Ausbildung und Lehre begleiten und fördern
Die Welt der Ausbildung ist im Wandel – und mit ihr die junge Generation, die heute in die Arbeitswelt startet. Wer junge Menschen für eine Ausbildung gewinnen und langfristig binden möchte, braucht ein tiefes Verständnis dafür, was sie bewegt. In unserer aktuellen Trendstudie «Jugend in Deutschland 2026» geben Auszubildende ehrliche Einblicke in ihre Wünsche, Herausforderungen und Zukunftspläne. Die Ergebnisse zeigen, wie sehr die Ausbildung gewinnt aufgrund der angespannten Lage am Arbeitsmarkt und der Veränderungen durch KI: Es gibt viel Potenzial – aber auch klare Handlungsbedarfe für Ausbildungsverantwortliche und Ausbildungsbetriebe.
[.rt-prehead]INHALTSVERZEICHNIS[.rt-prehead]
[.black-link]1. Warum entscheiden sich junge Menschen heute für eine Ausbildung?[.black-link]
[.black-link]2. Zwischen Zufriedenheit und Zweifel: Wie Azubis ihre Ausbildung heute bewerten[.black-link]
[.black-link]3. Was Azubis wirklich lernen wollen[.black-link]
[.black-link]4. Fazit: Verstehen, fördern, verbinden[.black-link]
Azubis sind im Durchschnitt Single und mit ihrer körperlichen Gesundheit zufrieden. Sie sagen gerne Jugendwörter wie Digga, Yolo oder Cringe und nutzen auf ihren Smartphones am liebsten WhatsApp und Instagram. Für Leistung lassen sie sich am einfachsten durch Geld und Spaß motivieren.
Simon Schnetzer, Jugendforscher & Leadershipcoach

Der häufigste Grund für junge Menschen, sich für eine Ausbildung zu entscheiden, ist, direkt nach der Schule selbst Geld zu verdienen, unabhängig von den Eltern zu sein und den Lebensunterhalt oder einen gewissen Lebensstandard finanzieren zu können (viele wohnen noch bei den Eltern). Aus den Studienergebnissen und zahlreichen Interviews, die wir mit Auszubildenden geführt haben, klingt sehr deutlich der Wunsch nach finanzieller Sicherheit durch und nach besseren beruflichen Möglichkeiten, indem sie früh in der Arbeitswelt Fuß fassen. Weitere wichtige Gründe sind die Leidenschaft für bestimmte Berufe sowie die Möglichkeit, durch eine Ausbildung nach der Schule nicht mehr so viel lernen zu müssen und praktisch arbeiten zu können. “Weniger Theorie und mehr Praxis” ist auch bei Studienabbrechern ein häufig genanntes Motiv für eine Ausbildung. Es nimmt allerdings zu, dass auch Studienabsolvent:innen eine Ausbildung anstreben, weil sie auf dem Arbeitsmarkt keinen Job finden.
Die drei wichtigsten Gründe für eine Ausbildung lassen sich so zusammenfassen:
Die Entscheidung für eine Ausbildung ist selten ein Lückenfüller – sondern ein bewusster Schritt ins Berufsleben. Doch wie erleben junge Menschen diesen Weg?
Insgesamt 60 Prozent der Azubis sind zufrieden mit ihrem Bildungsweg “Ausbildung”, 82 Prozent möchten ihre Ausbildung abschließen (nicht abbrechen) und 75 Prozent der Auszubildenden sagen, dass sie mit den Anforderungen in der Ausbildung gut klarkommen. Auch mit der gesellschaftlichen Anerkennung ihres Berufs sind knapp zwei Drittel (64%) zufrieden. Doch gleichzeitig beobachten wir in der Trendstudie «Jugend in Deutschland 2026» klare Warnzeichen für die Berufsorientierung und für Ausbildungsbetriebe:
Im Vergleich zu Schüler:innen und Studierenden bewerten Auszubildende ihre beruflichen Perspektiven relativ gut. Doch auch bei Azubis ist das Gefühl, einfach kündigen und einen neuen Job finden zu können, aktuell nicht mehr so verbreitet. Es hat sich, zumindest für den Moment, der Arbeitsmarkt wieder eher zu einem Arbeitgebermarkt entwickelt - sprich, Arbeitgeber können wieder stärker fordern und Bewerber:innen müssen eher bei ihren Forderungen zurückstecken.
ABER: Das ist eine Momentaufnahme. Die demografische Lücke ist gewaltig, und sobald die Wirtschaft wieder etwas anzieht, wird der Fachkräftemangel erneut zum Knackpunkt der Betriebe.

*Der Kurs richtet sich an alle, die im Unternehmen Verantwortung für junge Menschen tragen – ob Ausbildungsleiter, Ausbilder:in, Führungskraft oder Geschäftsführer:in.
Die klassische Fachausbildung allein reicht vielen jungen Menschen heute nicht mehr. Gefragt sind heute Zukunftskompetenzen, die deutlich über den Beruf hinausgehen und doch direkt mit der Arbeit, Leistungsbereitschaft und Zufriedenheit im Job zusammenhängen.
Die fünf wichtigsten Kompetenzen für Azubis / Lehrlinge sind aktuell:
Im Vergleich zu den Vorjahren gibt es zwei deutliche Veränderungen: Die Bedeutung von Finanzkompetenz ist gestiegen und der Umgang mit KI ist neu in die Top-5 aufgerückt.
Greifen wir beispielhaft die psychische Gesundheit auf. Die Belastung und der Stress in der Lebensphase Jugend, der Phase der vielen Fragezeichen im Leben (Wer bin ich? Wer will ich sein? Was will ich tun? Wer tut mir gut? Bin ich gut genug?) war nie einfach. Doch ein zuversichtlicher Blick in die Zukunft scheint aktuell besonders schwer zu fallen. Die vielen Krisen, eine finanziell für viele angespannte Lage, die Verunsicherung durch die Einführung von KI in allen Bereichen und der Always-on-Modus dank Smartphone und Social Media führen bei vielen Jugendlichen zu einem Gefühl von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Sie haben nicht gelernt, mit diesen gesellschaftlichen Veränderungen umzugehen, die auch für viele Eltern und Bildungseinrichtungen Neuland sind.
👉 Hier liegt eine echte Chance für Ausbildungsbetriebe: Wer Weiterbildungsangebote schafft, die junge Menschen auch persönlich wachsen lassen, macht sich als Arbeitgeber attraktiv – und stärkt gleichzeitig Motivation, Bindung und Resilienz.

Wer heute Auszubildende gewinnen und langfristig binden möchte, braucht mehr als einen guten Ausbildungsplan. Es braucht Ausbildungsverantwortliche und Führungskräfte, die verstehen, wie die Jungen ticken, wie sie diese abholen und motivieren können und wie sie ein gutes Miteinander in altersgemischten Teams gestalten können. Die aktuellen Ergebnisse aus der Trendstudie “Jugend in Deutschland” liefern wichtige Anhaltspunkte, um die nächste Ausbildungsgeneration zu verstehen. Mit dem Kurs “Wie du der beste Arbeitgeber für junge Menschen wirst” machen wir Ausbilder:innen und Führungskräfte fit für den Umgang mit den Azubis von heute und morgen.
Jetzt Wissen vertiefen & direkt in der Praxis anwenden:
📚 Trendstudie «Jugend in Deutschland 2026»
Für eine starke Generation Gemeinsam.
Titelfoto: Bild vom Deutschen Ausbildungsforum, Urheber Christian Ahrens, Köln