Die Generation der Babyboomer hat unsere Gesellschaft entscheidend geprägt. Ihr Einfluss reicht von sozialen Bewegungen bis hin zur heutigen Arbeitswelt. Simon Schnetzer, Jugend- und Generationenforscher, liefert dir hier einen Überblick mit aktuellen Daten aus der Generationenstudie «Jugend in Deutschland – 2025 mit Generationenvergleich». In diesem Text erfährst du, was die Babyboomer ausmacht, wie du sie begeistern kannst und warum ihr Wissen für die Zukunft so wertvoll ist.
Geboren: 1950–1964
Herausforderungen: Altersarmut, Inflation
Chancen: Erfahrung und Engagement


Die Generation Babyboomer umfasst Menschen, die grob zwischen 1950 und 1964 geboren wurden. Sie folgten auf die Kriegsgeneration (oder Traditionalisten) und sind älter als die Generationen X, Y, Z, Alpha und Beta. Die Babyboomer wuchsen in einer Zeit des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf. Sie erlebten große gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen – und prägten diese oft aktiv mit.
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen Babyboomern, die in Ostdeutschland (im Sozialismus der DDR) und jenen, die in Westdeutschland (soziale Marktwirtschaft) groß geworden sind.
Bis zum Jahr 2036 scheiden laut Berechnungen des DIW 19,5 Millionen Babyboomer aus dem Erwerbsleben aus,. Im selben Zeitraum treten nur etwa 12,5 Millionen Junge ins Erwerbsleben ein. . Doch ihr Einfluss ist weiterhin spürbar, besonders in der Politik und durch das Engagement, das diese Generation auszeichnet.
Der Begriff „Babyboomer“ bezieht sich auf die stark gestiegene Geburtenrate in den Jahren 1950 bis 1964. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kehrten viele Soldaten zurück, und es begann ein regelrechter Babyboom – mit bis zu 1,2 Millionen Geburten pro Jahr. Der Höhepunkt wurde 1964 erreicht.
Die Geburtenrate erreichte 1964 ihren Höhepunkt mit mehr als 1,36 Millionen Neugeborenen. Im Vergleich dazu wurden 2022 in Deutschland nur noch 738.819 Kinder geboren. Warum waren die Geburten damals so hoch?
Nach den Babyboomern folgt die Generation X (Jahrgänge 1965–1979). Diese zeichnet sich durch Individualismus und den Wunsch nach Unabhängigkeit aus – beeinflusst von Ereignissen wie dem Mauerfall und kulturellen Trends wie der Rockmusik. Dass die Geburtenrate bei den Jahrgängen der Generation X niedriger war, lag auch an der erfolgreichen Einführung der sogenannten „Anti-Baby-Pille“ ab Anfang der 60er-Jahre.

Die Werte und Eigenschaften der Babyboomer sind eng mit ihrer Jugendzeit verbunden, die durch wirtschaftlichen Aufschwung und gesellschaftliche Umbrüche geprägt war:
Engagement: Viele Babyboomer waren in politischen und sozialen Bewegungen aktiv – etwa in der Bürgerrechtsbewegung, der Anti-Vietnamkriegs-Protestbewegung oder der Frauenbewegung.
Konsumfreude: Mit wachsender finanzieller Sicherheit entstand ein ausgeprägtes Konsumverhalten und der Wunsch nach höherem Lebensstandard.
Traditionelle Werte: Familie, Ehe und Loyalität gegenüber Arbeitgebern sind für sie zentrale Werte. Viele verbrachten ihre gesamte Karriere bei einem einzigen Arbeitgeber.
Technologischer Wandel: Sie erlebten den Übergang von Briefkommunikation hin zu digitalen Technologien. Manche integrieren neue Technologien heute souverän in ihren Alltag, andere tun sich mit der Einführung von KI, digitalen Tools und schnellen Veränderungen schwer.

Die Babyboomer stehen heute meist in den letzten Berufsjahren oder sind bereits im Ruhestand. Obwohl sie in einer ganz anderen Lebensphase als Jugendliche der Generationen Z und Alpha sind, ticken sie erstaunlicherweise ganz ähnlich, wie die nachfolgenden Daten der Trendstudie “Jugend in Deutschland 2025 mit Generationenvergleich” zeigen.
Die größten Sorgen bereiten den Babyboomern das grundlegende Sicherheitsgefühl vor Ort und in der Welt, der Blick auf die finanzielle Lage und die wirtschaftliche Perspektive im Land:
Sinn im Leben finden die Babyboomer in der Familie, in ihrer Beziehung und in der Pflege von Freundschaften.
Die wichtigsten Werte der Babyboomer sind Gesundheit, Familie und Sicherheit. Obwohl von den Jungen häufig gesagt wird, dass sie so anders ticken, zeigt sich das Wertegerüst in der deutschen Gesellschaft stabil über sämtliche Generationen hinweg.
Um die Generation der Babyboomer zu motivieren und zu begeistern, ist es entscheidend, ihre Werte und Erfahrungen zu respektieren und gezielt einzubinden. Anerkennung spielt dabei eine zentrale Rolle – ihre Leistungen und ihr Fachwissen verdienen Wertschätzung. Flexibilität ist ebenso wichtig: Individuell abgestimmte Arbeits- und Ruhestandsmodelle können ihren Bedürfnissen gerecht werden. Auch der Austausch zwischen den Generationen bietet großes Potenzial. Durch Mentoring-Programme, sei es klassisch oder als Reverse-Mentoring, profitieren beide Seiten voneinander. Gemeinschaftliche Aktivitäten stärken das Miteinander und fördern das Engagement. Nicht zuletzt sollte auch die Gesundheit der Babyboomer im Fokus stehen. Gesundheitsprogramme und passende Ressourcen können dazu beitragen, ihr Wohlbefinden nachhaltig zu unterstützen.
Zusammengefasst gilt:
Diese Ansätze schaffen eine solide Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und stärken das gegenseitige Verständnis zwischen den Generationen.

Man könnte meinen, die Babyboomer spielen in der Gestaltung der Zukunft keine Rolle mehr. Doch ihre Erfahrungen und ihr Wissen sind unverzichtbar für eine starke Unternehmenskultur und nachhaltigen Erfolg. Überraschend ist, wie hoch die Übereinstimmungen im Vergleich der Babyboomer mit derGeneration Z sind – etwa der Wunsch nach Work-Life-Balance und einem geordneten Familienleben.
Die Babyboomer wollen auch in ihrer letzten Karrierephase produktiv und harmonisch zusammenarbeiten. Mit Wertschätzung und sinnvoller Einbindung kannst du diese Generation für gemeinsame Ziele gewinnen.