Die Vita von Simon Schnetzer als Interview

 Kurz und knapp

  • 1979 geboren in Kempten, am Fuße der Allgäuer Alpen
  • Zivildienst in Freiburg, Studium der Volkswirtschaftslehre in Konstanz und Spanien
  • Internationale Projektarbeit für die Vereinten Nationen und andere Arbeitgeber in Berlin, Dar es Salaam, Genf, Damaskus, San Salvador und London
  • 2009 Sabbatical Year und Grundstein für die unternehmerische Selbständigkeit
  • 2010 Initiieren des Jugendforschungs- und Beteiligunsprojekt „Junge Deutsche“
  • 2011 Gründung der Firma Datajockey, Autor zahlreicher Jugendstudien, Speaker für das Thema Generation Y
  • 2014 Gründung der Gründervilla und Berater Innovations-Management
  • 2015 Eigene Webseite für Simon Schnetzer als Speaker, Trainer und Moderator: www.simon-schnetzer.com

Was hat es mit meinem Motto auf sich: „Generation Y – Lasst uns was ins Rollen bringen“?

Das Motto ist kurz und bringt die Essenz meiner Arbeit und Einstellung auf den Punkt: Chancen aufzeigen. Für Veränderungen motivieren. Die Zielgruppe selbst beteiligen. Und gemeinsam etwas bewegen. Bei der Studie Junge Deutsche  geht es genau darum – die Bedürfnisse junger Menschen durch Beteiligung zu verstehen und sie in einen Prozess der Veränderung einbinden. Und da ich als Jugendforscher immer mit dem Fahrrad unterwegs bin, findet sich auch ein Rad in meinem Logo wieder. Let’s roll.

Warum bitteschön wird man Jugendforscher?

Youtube Fahrrad Jungedeutsche
mobiles Youtube-Studio auf der Tour „Junge Deutsche“

1979 wurde ich im Allgäu geboren und atmete zum ersten Mal die gute Bergluft. Die Höhepunkte meiner Schulzeit waren die alljährlichen Auftritte mit der Jongliergruppe. Mein größter Berufswunsch damals: Profi-Snowboarder. Wie das mit meiner Studienwahl Volkswirtschaftslehre zusammenpasst, ist eine andere Geschichte. Meine beruflichen Stationen führten mich von Konstanz nach Genf, Ostafrika, Berlin und London, wo ich der erste Nachhaltigkeitsbeauftragte der UNO für Kakao wurde. Das mit der Weltverbesserung in politischen Gremien ist so eine Sache – auch das ist eine andere Geschichte.

Die Erfahrung jedenfalls führte dazu, dass ich 2009 den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Damals schrieb der Spiegel einen Artikel über die junge Generation “Wir Krisenkinder: jung, gut ausgebildet, chancenlos”. Die Menschen zitterten vor der weltweiten Wirtschaftskrise und ich schwang mich auf mein Fahrrad, um einer Frage nachzugehen: „Wie könnte aus der Sicht junger Menschen eine bessere Welt aussehen?” Aus dieser Frage wurde eine Fahrradtour von 3000 km durch ganz Deutschland, mit über 200 Interviews und Übernachtungen auf Wohnzimmercouches in allen Regionen und bei den unterschiedlichsten Menschen.

Gibt es einen besseren Weg, die Lebenswelten junger Menschen zu erforschen? Ich wusste keinen. Und so wurde ich Freestyle-Jugendforscher und quasi professioneller Couchsurfer. Das Projekt, das ich damals initiierte heißt „Junge Deutsche“. Die Ergebnisse finden Sie unter meinen Publikationen.

Wie hat mich diese Reise verändert? 

Jugendumfrage IGBCE Schnetzer
Umfrageaktion mit Simon Schnetzer

Als ich meinen ersten Ferienjob am Fließband einer Käserei machte, gab mein Vater mir einen wertvollen Tipp: „Bilde dir ja nicht ein, dass du was Besseres bist, nur weil du Abitur machst“. Ich beherzigte seinen Rat und habe vielleicht die wichtigste Lektion für meine heutige Tätigkeit gelernt: Respekt ist der Schlüssel zu den Geschichten der Menschen. So erfuhr ich von meinem Kollegen Ivan von seiner schmerzhaften Zeit im Gulag, von Pavels nicht anerkanntem Architekturstudium und Mutlus unverhofftem Kindersegen samt Ausbildungsabbruch. Auf der langen Tour durch das wunderschöne Deutschland führte ich hunderte inspirierende Gespräche und hatte dazwischen immer wieder Zeit zum Nachdenken. Dabei sind viele meiner Gedanken über gesellschaftliche Veränderungen, Trends und Zukunft gereift.

Seit ich die erste Studie veröffentlicht habe, beauftragen mich Firmen und Organisationen wie SOS Kinderdörfer weltweit, die IG BCE, der Schweizer Rundfunk oder Google Deutschland als Jugendforscher. So entstand aus einer spontanen Idee meine erste Firma: Datajockey. Die Methodik meiner Jugendforschungs- und Beteiligungsprojekte ist die partizipative Aktionsforschung. Das heißt konkret: Die Forschung wird zum Ereignis, indem ich die Zielgruppen direkt am Prozess beteilige. Damit lassen sich die Ergebnisse mit Zahlen und den Geschichten viel besser erklären. Und seit ich nüchterne Statistiken mit den Menschen und ihren Geschichten verbinde, macht mir die Arbeit mit Daten richtig Freude.

Warum habe ich meine Firmen in Kempten und nicht in Berlin gegründet?

Das ist eine gute Frage, die ich mir lange Zeit stellte. Ich war nach der Schule für 12 Jahre in der Weltgeschichte unterwegs. Irgendwann überkam mich der Wunsch, an einem Ort anzukommen. Wie ein Magnet zog mich die Allgäuer Heimat wieder an. In Berlin habe ich viele Freunde, ein gutes berufliches Netzwerk und die wohl besten Gründungsvoraussetzungen in Deutschland. Während in Kempten Startups für verrückt erklärt wurden – wer tauscht schon gerne Sicherheit gegen Risiko? – werden in Berlin Startups mit ihren Visionen gefeiert. Genau das hat mich gereizt. Die Frage, ob in einer ländlichen Region das entstehen kann, was Berlin hat – ein gutes Umfeld für Gründer und die Arbeitsplätze der Zukunft.

Gründervilla Eröffnungsfeier
Die Geschäftsführer der Gründervilla

Wenn man sich auf einen Ort einlässt, merkt man schnell, dass es viele kreative und innovativ denkende Menschen gibt. Was in meiner Heimat fehlte, war die Plattform, auf der sie sich treffen und austauschen können. Seit 2011 habe ich mich als Gründerdozent an der Hochschule Kempten engagiert, das erste Allgäuer Barcamp organisiert und mit vielen anderen eine richtige Gründerszene aufgebaut. Daraus entstand 2014 meine zweite Firma: die Gründervilla, ein Allgäuer Coworking-Space, Startup-Hub und Innovationsnetzwerk. Unser Spezialgebiet: Wir schaffen mit den richtigen Rahmenbedingungen neue Perspektiven für die Gründer- und Innovationskultur  jenseits der Metropolen.

Habe ich Träume? 

Natürlich! Ein Traum wurde schon wahr, als Elisabeth Scharang (Moderatorin meines Jugend-Kultsenders FM4) mich als Jugendexperten für ein 90-minütiges Interview samt meiner Musikauswahl nach Wien für die Sendung „Jugendzimmer“ ins ORF-Studio einlud. Aloe Black sang in der Sendung für unsere damals laufende Crowdfunding Kampagne das wunderbare Lied „I need a dollar“.

Mein Traum ist, dass ich mich wieder und wieder aufs Fahrrad schwingen kann und auf großer Tour durch Deutschland und Europa in persönlichen Gesprächen und Beteiligungsformaten wie dem Demokratiezirkus oder Flashmob-Barcamps  spannenden Fragestellungen nachgehe. Wenn Sie ein gutes Thema und Budget haben, rufen Sie mich sofort an: +49 178 1471497

P.S.: Wer lieber einen klassischen Lebenslauf von mir lesen möchte, wird beim Infopaket für Presse und Veranstalter fündig.

 

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